Auf die Trüffel, Pilze, los – Alba & das Piemont entdecken

Eine der wohl spannendsten Gourmetreisen in Europa könnt ihr Ende des Jahres im Piemont erleben. Über die sehenswerte Großstadt Turin reist ihr mit eurem Mietwagen nach Alba, weltweit bekannt für den weißen Trüffel, den Diamanten der Region. Ende Oktober und den ganzen November verwöhnt ihr euren Gaumen zur Trüffelsaison. Gleichzeitig findet die Pilzernte rund um Alba statt, die euch frische Gerichte mit Stein- und Wildpilzen verspricht. Spürt die letzten Sonnenstrahlen des Jahres im Gesicht, mit dem Blick über malerisch-hüglige Weinlandschaften und einem Glas ausgezeichnetem DOC-Qualitätswein in der Hand. Prostet euch mit einem Spumante in der weltbekannten Stadt Asti zu. Eine Reise in das Piemont ist der kulinarische Orgasmus der Saison in Europa! Na, worauf wartet ihr noch? Also, auf die Trüffel, Pilze, los!

What you need to know

  • Über Turin nach Alba zur Trüffelernte
  • Trüffelmessen-Besuch im November empfehlenswert
  • Reisedauer: 5 bis 7 Tage
  • Gesamtkosten: ab ca. 350 € p.P.

Flug, Unterkunft & Mietwagen

  • Flug

    ab/bis Turin: ab ca. 100 € p.P.

    Flugdauer: ca. 1,5 Stunden

  • Unterkunft

    Turin und Alba: ab ca. 400 € (2 Personen/5 Nächte)

  • Mietwagen

    von/bis Turin: ab ca. 50 €

  • Danger

    In den Wintermonaten im Piemont nie, nie, niemals den Nebel unterschätzen! Insbesondere bei Autofahrten nicht! Schön vorsichtig fahren, der Nebel ist eine Wand in der Region mit geringfügigster Sicht!

  • Souvenir-Tipp

    Der Weiße Trüffel in Konserven, egal ob eingelegt oder als Paste, verliert an Geschmack und lohnt sich nicht wirklich als Souvenir.

Deine Reiseplanung

Zwei Tage in Turin

Tag 1 – Turin & seine Sehenswürdigkeiten

In Turin ist es leicht, Tourist zu sein. Nur wenige Schritte trennen die größten Sehenswürdigkeiten, sodass ihr nur einen Tag benötigt, um die wichtigsten Wahrzeichen zu sehen. Startet euren Rundgang am Morgen auf der Piazza San Carlo, die einige Minuten Fußweg von den Hauptsehenswürdigkeiten entfernt liegt, euch aber die perfekte Gelegenheit bietet, in einem der zahlreichen Cafes und Restaurants ein typisch italienisches Frühstück zu genießen.

Gestärkt könnt ihr von der Piazza San Carlo in Richtung der Piazza Castello laufen. Und der gehört definitiv zu den schönsten und sehenswertesten Plätzen der Stadt. Darüber hinaus liegt er in unmittelbarer Nähe zum Palazzo Madama, dem Königlichen Palast, dem Turiner Dom und der Kathedrale von Turin. Wer mag, startet das Sightseeing mit der Besichtigung der Palazzo Madama. Der ehemalige Stadtpalast des Hauses Savoyen ist ein beeindruckendes Gebäude, in dessen Innerem es zahlreiche Gemälde, großartige Räume und Handwerkskunst aus dem Mittelalter zu entdecken gibt. Rund anderthalb Stunden verbringt ihr hier mit Erkunden und Entdecken.

Hiernach erreicht ihr binnen weniger Minuten den Königlichen Palast, der darüber hinaus in unmittelbarer Nähe zur Kathedrale und dem Dom Turins liegt. Lasst euch eine Besichtigung des Königlichen Palastes – der Veneria Reale – nicht entgehen. Rund zwei Stunden könnt ihr in die Welt und das Leben der Savoyer eintauchen, betrachtet opulente Räume und eine einzigartige Waffensammlung.

Ebenfalls zum Pflichtprogramm gehört die anschließende Besichtigung des Turiner Doms und der Kathedrale Saint John. Schaut, dass ihr gegen Mittag da seid, denn um diese Uhrzeit wird täglich eine Reproduktion des Heiligen Grabtuchs, in dem Jesus vermeintlich begraben wurde, ausgestellt. Für das Original müsst ihr leider noch bis zum Jahr 2025 warten. Doch auch das Gebäude des Turiner Doms, das seit 1498 Johannes dem Täufer gewidmet ist, ist eine Besichtigung wert.

Nach diesem Besichtigungsmarathon wird es Zeit für die erste größere Pause. Wenige Gehminuten entfernt findet ihr für den kleinen Hunger das Caffè Fiorio. 1780 gegründet, zählt es bis heute als historisches Caffé als beliebter Treffpunkt für die künstlerische und politische Klasse der Stadt. Probiert hier auf jeden Fall ein Bicerin! Eher Lust auf etwas Warmes? Dann macht euch auf den kurzen Weg in die Pizzeria Alla Mole, die nicht nur auf dem weiteren Weg liegt, sondern klassische Pizza und Pasta zu relativ günstigen Preisen anbietet.

Danach geht es schnell und an zahlreichen Galerien vorbei zu dem Wahrzeichen der Stadt Turin: der Mole Antonelliana und dem darin beherbergten internationalen Filmmuseum. Einst als Synagoge geplant, gilt Mole Antonelliana heute als das Wahrzeichen der Stadt Turin. Mit einem gläsernen Lift fahrt ihr zu einer Aussichtsplattform in 86 Metern Höhe, die euch einen gigantischen Blick auf Turin ermöglicht.

Wer dieses Programm hinter sich gebracht hat, verdient nun ein tolles Dinner – sucht euch einen wunderbaren Platz am Fluss Po. Tolle Restaurants findet ihr insbesondere, wenn ihr den Fluss überquert und auf der anderen Seite des Pos zum Dinner verweilt.

Tag 2 –  Special Turin

Ihr habt noch Zeit, bis ihr nach Alba startet. Deshalb habe ich einen ganz besonderen Tipp für euch. Nachdem ihr gestern bereits die Must-See Plätze in Turin gesehen habt, macht euch heute auf den Weg zur Venaria Reale. Denn bei diesem glanzvollen Jagdschloss kann sonst nur Versailles mithalten – und entsprechend ist die Venaria Reale etwas, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Fahrt am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln an, denn die Venaria Reale liegt ca. 10 km entfernt. Was euch dort erwartet? 80.000 m2 voller prachtvoller freskierter und strukturierter Säle und Galerien und die einzigartige, lichtdurchflutete Galleria di Diana als glänzender Höhepunkt. Weitläufige Gärten, Brunnen und moderne Kunst-Ausstellungen runden euren Besuch ab. Nehmt diesen Programmpunkt auf, bevor ihr euch auf die Fahrt in die anderthalb Stunden entfernt liegende Stadt Alba macht. Sollte es bei eurer Tour neblig sein, gilt für die Fahrt nach Alba höchste Vorsicht! Die Nebel im Piemont sind keineswegs zu unterschätzen und bedürfen aufgrund wirklich geringer Sichtweiten eine vorsichtige Fahrweise.

Sehenswürdigkeiten und Eintritte

Turiner Dom und Kathedrale Saint John – Duomo di San Giovanni – Eintritt 6 €

Königlicher Palast – Palast Venaria Reale – Eintritt 12 €

Palazzo Madama –  Eintritt 10 €

Molle Antonelliana – National Cinema Museum – Eintritt 15 €, ohne Guide, mit Lift

Venaria Reale – Eintritt all in 25 €

Essen & Trinken

Caffè Fiorio

Pizzeria Alla Molle

Rainy Days-Tipp

Museo dell´automobile – Eintritt 12 €

Besuch des Automobil-Museums Museo dell´automobile: Nicht nur für Autoliebhaber empfehlenswert. Dieses Museum mit Exponaten vom ersten Auto bis zum heutigen Modell ist wirklich einen Besuch wert!

Alba & das Piemont

Individuelle Touren

Da ich euch so viel freie Planung wie möglich einräumen möchte, habe ich euch zwei Touren zusammengestellt, die euch zum einen zu kleinen Weindörfern rund um Alba führen und euch auf der anderen Tour die Möglichkeit geben, die Region bis Asti und über die Weinhügel und traumhaften Landschaften kennenzulernen. Wenn ihr die Touren vollständig machen möchtet, plant zwei Tage ein. Ansonsten nutzt die Touren als Orientierung, sodass ihr die unterschiedlichen Regionen ganz individuell planen könnt. Die Gesamtfahrdauer der ersten Strecke liegt mit 55 km bei ca. einer Stunde, die zweite Tour braucht ca. 3 Stunden reine Fahrtzeit. Zu jeder Station der Tour findest du eine kleine Zusammenfassung und Restaurant- oder Winzertipps, sodass du dir einen Überblick machen und dein eigenes Abenteuer planen kannst.

Meine Tourvorschläge

Stationen: Alba-Roddi, Verduno, La Morra, Barolo, Monforte d’Alba, Castello di Grinzane Cavour, Diano d`Alba

Die hügelige Landschaft südlich von Alba mit ihrer alten Kulturlandschaft entlang der Langhe zeigt ein Abziehbild einer Weinlandschaft. Im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel der Alpen, schlängen sich kaum befahrene Gassen durch die spärlich besiedelte Region. Hier wächst der Barolo, einer der besten Rotweine der Welt. Auf dieser Tour erlebt ihr diese Weinberge, entdeckt Burgen, malerische Gassen und großartige Winzer und Restaurants wie die Winery of the year oder den Veranstaltungsort der jährlichen Trüffel-Auktion.

Alba – Roddi

Start der Tour, ab Alba in Richtung Dogliani, dann in Richtung Bra ab und fahren gleich darauf links den Hügel ins Dorf Roddi. Von hier aus geht es durch die ersten Weinberge weiter hinaus.
Restaurant-Empfehlung: La Crota. Restaurant in Backsteingewölbe. Beste, aber gar nicht teure piemontesische Küche.

Verduno

Verduno ist das erste Baolodorf und aufgrund seines Schlosses Castello di Verduno einen Besuch wert. Einst im Besitz von Carlo Albertos, der aus dem Schloss ein Paradeweingut machen wollte, bietet es heute eine tolle Aussicht. Und verpasst nicht die grasbewachsene Piazza Velvedere!
Restaurant-Empfehlung: Im Schloss findet ihr sowohl ein nobles Restaurant wie auch eine Bar für einen Aperitif oder Cocktail mit rustikaleren Gerichten.

La Morra

Noch höher liegt La Morra. Malerische Altstadt. Ein Besuch ist die Cantina Comunale wert, in der nicht nur über den Barolo informiert, sondern auch direkt eingekauft werden kann.
Winzer-Empfehlung: Elio Altare

Barolo

Am heruntergekommenen Castello La Morra geht es weiter hinauf zum Dorf Barolo, das dem Wein seinen Namen gab. Sehenswert ist das Schloss der reichen Familie Falletti, die den Barolo-Wein erstmals anbauten. Hier gibt es ein Museum zur Weingeschichte und eine Önothek.
Winzer-Empfehlungen: Luciano Sandrone und Marchesi di Barolo

Monforte d’Alba

Weiter geht es nach Monforte d’Alba, das auf rund 530 m liegt und eine herrliche Aussicht über die umliegenden Hügel und Weinberge garantiert. Hier liegt auf einem schmalen Bergkamm die romantische Serralunga d’Alba mit perfekt erhaltenem mittelalterlichem Kastell. In diesem Kastell wurde das medizinische Barolo Chianto erfunden. Probiert den als Digestivo!
Restaurant-Empfehlung: Trattoria della Posta. Klassische, deftige Landküche mit viel Fleisch
Winzer-Empfehlung: Fontanafredda – Winery of the year

Castello di Grinzane Cavour

Von der Hauptstraße geht es dann nach Grinzane Cavour. Das gleichnamige Schloss ist das Wahrzeichen und liegt wuchtig in der Landschaft. Perfekt restaurierte Gemäuer und ein Museum rund um Bauern- und Weinkultur erwarten euch hier. Verpasst nicht die gut sortierte Enoteca! Zudem finden hier jährlich die Alba Weißer Trüffel Auktionen statt! Unbedingt sehenswert!
Restaurant-Empfehlung: Im Schloss selbst befindet sich ein Restaurant.

Diano d’Alba

Letzte Station der Tour: Diano d’Alba. Hier wird zum Großteil Dolcetto d’Alba angebaut, der einen hervorragenden Ruf genießt.
Winzer-Empfehlung: Cantina della Porta Rossa. Zahlreiche regionale Weine zum Probieren.

Stationen: Barbaresco, San Damiano dÀsti, San Giulio, Asti, Nizza Monferrato, Canelli

Lass dich von der Landschaft, den Speisen und den ausgezeichneten Rotweinen verwöhnen und erfahre mehr über das Piemont! Hügelige Weinlandschaften, eines der schönsten Dörfer Italiens, einzigartige Höhlen-Weinkeller, tief in Fels geschlagen, und wunderschöne Aussichten auf Naturschutz- und UNESCO-Welterbe-Gebiete werden deine Sinne berauschen!

Barbaresco

In diesen Weinhängen wird hauptsächlich Nebbiolo angebaut, das für die Produktion des Rotweins Barbaresco genutzt wird. Im Ort befindet sich ein mittelalterlicher Turm, der der Ort ihren Namen einbrachte.

Winzer-Empfehlung: Marchesi Di Gresy. Ein Klassiker an Weinen.

San Damiano d´Asti

San Damiano d´Asti verfügt ebenfalls über ein Schloss, ist aber wegen seiner Rotweine mit DOCG Status und insbesondere für den Barbera del Monferrato bekannt.

Restaurant-Tipp: Osteria Madama la Barbera

San Giulio

Ein Must-See. Zählt zu den schönsten Dörfern Italiens, ist Vorreiter in punkto nachhaltigem Tourismus und bietet neben einer malerischen Altstadt auch die Sacro Monte d´Orta, ein Kalvarienberg mit 20 Kapellen, das zum UNESCO Welterbe zählt. Eine Stunde dauert ein Spaziergang am Seeufer um die Halbinsel, die sehr empfehlenswert ist. Auch der Ortsteil Legro, das “bemalte Dorf”, begeistert mit den vielen bunten Häuserwänden, die mit gemalten Spielfilmszenen auffallen.

Restaurant-Empfehlung: La Motta

Asti

Über eine traumhafte Landschaft geht es schließlich bis nach Asti. Mit seiner gotischen Kathedrale, seinen Stadttürmen, Denkmälern und der hügeligen Altstadt ist die für ihren Schaumwein weltbekannte Stadt jeden Besuch wert.

Restaurant-Empfehlung: Campanaro

Nizza Monferrato

Über das traumhafte, hügelige Weingebiet Monferrato, das zum Unesco Welterbe zählt, geht es bis nach Nizza Monferrato. In diesem Gebiet liegen oft wunderschöne, tiefe Weinkeller, die direkt in Felsen gehauen wurden und sich Infernot nennen. Unbedingt besichtigen!

Winzer-Empfehlung: Monferrator Resort. Infernot-Weinkeller

Canelli

Auch in der beschaulichen Stadt Canelli dreht sich alles um Weine und Schaumweine. Umgeben von Weinhängen wird in Canelli hauptsächlich der Moscato Bianco hergestellt.

Winzer-Empfehlung: Forteto della Luja. Wahnsinn schönes Weingut auf einem Weinberg. Definitiv einen Besuch wert!

Kulinarisches Piemont

DOCR – Weine der Spitzenklasse

Das Piemont um Asti, Alba und Monferrato gehören zu den besten Weinanbaugebieten der Welt. Zu den Spitzerzeugnissen der Qualitätsweine zählen der Barolo und der Barbaresco. Der klassische Tischwein ist der Dolcetto, der trocken, aber mild ist. Weltweit bekannt und beliebt ist der Asti Spumante oder der Moscato d´Asti, die gerne zum Dessert getrunken werden.

Alba Trüffel

Er zählt zu den raresten und teuersten Gaumenfreuden der Welt: der weiße Trüffel. Mit seinem unvergleichlichen, intensiven Geschmack zählt der weiße Trüffel zu den begehrtesten Knollen der Welt. Je nach Baumart, unter dem der Trüffel unterhalb der Erde wächst, variiert die Farbe der Knolle von Weiß über Grau oder Braun. Historische Summen werden auf den Auktionen und Märkten gehandelt, wahre Trüffel-Kriege sind mittlerweile ausgebrochen. Zur Trüffelzeit gibt es kein Gericht auf Speisekarten, das nicht den Zusatz “mit Trüffel” hätte. Trüffelmärkte sind überall in der Region auch im November noch zu finden.

Pilze

Ab Anfang Oktober konzentrieren sich die Restaurants neben der Trüffel-Saison auf die Pilze. Insbesondere Speisen mit dem aromatischen Steinpilz sind mehr als nur empfehlenswert! Kostet auf jeden Fall ein Risotto mit frischen Steinpilzen oder eines der zahlreichen Variationen mit Wildpilzen!

Tajarin

Unbedingt essen! Eierreiche Pasta mit einem Stich Butter mit fein gehobeltem weißen Trüffel.

Lokale Spezialitäten

  • Mit Barolo aromatisierte Salami
  • Kastanienhonig
  • Bruz-Käse, Ricotta, Toma-Käse oder auch Seirass-Käse

Sonntag im Piemont

Wer die Esskultur wirklich kennenlernen möchte, sucht an einem Sonntagnachmittag ein ländliches Restaurant auf und lässt sich drei Stunden lang verwöhnen.
Zuerst gibt es die Antipasti, die Vorspeisen, von denen es nie weniger als vier gibt. Dabei kommt jede einzeln auf den Tisch, unabhängig davon, ob es kalte oder warme Antipasti sind. Nach den Antipasti werden meist zwei hausgemachte Pasta-Sorten oder Risotto gereicht. Jetzt erst wird das Hauptgericht serviert. Von Kaninchen über Rinderbraten, gegrillt, eingelegt oder geschmort, mit traditioneller Polenta und gedünstetem Gemüse kann hier alles dabei sein. Zum Dessert serviert man gerne Nusskuchen oder in Rotwein gedünstete Birnen, welche beide gekostet werden sollten.