Koffeinschub gegen Winterblues – Nach Mailand zum Coffee Festival

Mailand, die Stadt der Mode, der Finanzindustrie und des Designs. Mailand, die überlaufene, die teure. Könnte man meinen. Stimmt aber nicht. Um Städte wie Venedig, Rom oder Mailand noch unter halbwegs ruhigen Gegebenheiten zu entdecken, braucht ihr perfektes Timing. Ende November bietet Mailand meist noch milde, frische Temperaturen, die Weihnachtsmärkte haben fast alle noch nicht geöffnet, die Gassen sind ruhiger, der Blick auf die Da Vinci Künste freier. Jetzt entfaltet Mailand seinen altangehangenen Charme bei einem guten Espresso Mailänder Art und einem Glas Campari in der Abendsonne, in dem sich die letzten Sonnenstrahlen spiegeln. Ende November bietet euch das Milan Coffee Festival zudem die Extraportion Koffein gegen den Winterblues. Testet die köstliche ifalienische Kaffeespezialitäten-Vielfalt auf eurem Kurztrip nach Mailand und genießt eine verhältnismäßig ungewöhnlich ruhige Stadt.

What you need to know

  • Milan Coffee Festival: 30. November bis 02. Dezember 2018
  • Reisedauer: 3 bis 4 Tage
  • Gesamtkosten: ab ca. 205 € p.P.

Flug, Unterkunft & Transfer

  • Flug

    ab/bis Mailand: ab 40 € p.P.

    Flugdauer: ca. 1,5 Stunden

  • Unterkunft

    Innenstadt: ab ca. 160 € (2 Personen/3 Nächte)

  • Transfer

    Vom Flughafen in die Stadt:
    Der Flughafen liegt mit 50 km relativ weit von der Stadt entfernt. Ihr habt die Möglichkeit, mit der Bahn, einem Bus oder dem Taxi in die Stadt zu kommen. Ich empfehle die Anreise mit dem Bus, diese könnt ihr online reservieren. Rechnet mindestens eine Stunde für die Fahrt bis ins Zentrum ein.

    Bus: 

    Mit Terravision fahrt ihr im 20 Minuten Takt in die Stadt. Vorab online reservieren. Wenn ihr die Milan City Card beantragt, ist die Fahrt inkludiert. Kosten: 8 €.

    Zug:
    Der Malpensa Express bringt euch im 20 Minuten Takt in die Stadt. Kosten: 13 €

    Taxi:

    Ihr könnt natürlich auch mit einem Taxi in die Stadt fahren. Kosten: 90 €

Eintritte & Sehenswürdigkeiten

  • Sightseeing

    Dom-Besichtigung

    Mit Dach: 22 €; mit Museum: 25 €

    Teatro della Scala

    Eines der wichtigsten Opernhäuser der Welt. Eintritt: 7 €
    Wer immer davon geträumt hat, eine Oper in der Scala zu erleben, für den habe ich gute Nachrichten: Die Opersaison beginnt am 7. Dezember – schreibt mir eine E-Mail, wenn ihr Interesse an einer Nussknacker-Vorstellung habt.

    Abendmahl-Besichtigung

    Eintritt: ab 27 €

  • Rainy Day Tipps

    Leonardo3 – The world of Da Vinci

    Unweit vom Dom liegt das Leonardo3 Museum. Die interaktive Ausstellung rund um die Werke von Leonardo Da Vinci zählt zu den besten der Welt. Mit Arbeitsmodellen seiner Maschinen und digitalisierten Restaurationen seiner Gemälde kann man hier die Welt von Da Vinci entdecken. Definitiv einen Besuch wert!

    Eintritt: 14 €

Essen & Trinken

  • Eat the city

    Panini Durini
    Super Bäcker, schnell, lecker und günstig

    Luini

    Beste Panzerotto der Stadt am Dom

  • Time for drinks

    Caffe Vergnano
    Barbajada (Hot Chocolate and Coffee Drink) und Frühstück oder kleine Mittagskarte

    Camparino

    In der Galerie Vittorio Emanuele II. Unbedingt probieren: Campari Orange oder Campari Zucca (Rhababerlikör). Leider etwas teuer, jeder Campari kostet rund 12 €.

Deine Reiseplanung

Zwei Tage Mailand

Diesmal empfehle ich euch, eure Tour mit der Besichtigung des wichtigsten und größten Wahrzeichen der Stadt zu beginnen, dem Mailänder Doms. Entgegen der Sommermonate ist es Ende November einfach, Tickets für die Dombesichtigung mit Dachbesteigung bereits vorab online zu reservieren, um so die Fast Lines nutzen zu können statt in langen Schlangen anzustehen. Die Schönheit und die Sicht vom Mailänder Dom verschlägt euch direkt am Anfang eures Trips den Atem, macht Lust auf mehr und ist der beste Orientierungspunkt. 

Wer nach der Besteigung ein Hüngerchen hat und Stärkung gebrauchen kann, dem sei der Besuch im Luini in der Nähe des Doms ans Herz gelegt. Hier gibt es die besten Panzerottos der Stadt. Panzerotto ist eine kleine, einer Calzone ähnelnden Teigspeise, die meist mit Tomaten und Käse gefüllt werden und die ihr euch nicht als Snack entgehen lassen solltet.

Spaziert weiter zu der weltberühmten Oper Teatro della Scala. Hier bekommt ihr abhängig von Probe- und Öffnungszeiten bereits Führungen ab 7 Euro, die ich euch nur empfehlen kann. Von innen erstrahlt das nahezu unscheinbare Gebäude und begeistert nicht nur Musik- und Kulturbegeisterte.

Biegt an der Oper auf die Via Guiseppi Verdi ab, denn dieser führt euch quer durch das wunderschöne Brera-Viertel auf direktestem Wege zum Milan Coffee Festival. An vielen kleinen Gässchen, Boutiquen, Design-Showrooms und Ateliers bietet euch Mailand hier echtes Italian Feeling, selbst im November. Am Botanischen Garten vorbei, folgt ihr der Straße geradeaus weiter an der Kunstakademie vorbei.

Hier wird die Straße zur Via Solferino, der ihr weiter bis zur Ecke des Restaurants Rigolo folgt. Hier geht die Via Palermo links ab und bringt euch zum Palerno, wo das kleine Milan Coffee Festival auf euch wartet.

Lasst den Tag am besten mit einem Besuch im angrenzenden Park Sempione ausklingen. Mit seiner Festung Sforzesco und der weitläufigen Grünanlage bietet sich je nach Witterung ein ausgiebiger Spaziergang an, den ihr am Platz und der Metrostation Cairoli Castellum verlassen könnt. Anschließend bietet sich ein schöner Restaurant-Besuch an.

Wir starten auch den zweiten Tag mit dem Besuch eines absoluten Must-Sees in Mailand: Der Besichtigung des Da Vinci Gemäldes Das Letzte Abendmahl. Dieses Must-See ist im Dominikanerkloster Santa Maria delle Grazie und dem heutigen Museum Cenacolo Vinciano zu sehen. Der Haken: Nur 25 Personen haben Zutritt am Tag. Ihr müsst eure Tickets online reservieren und dabei den Tag und die Uhrzeit wählen. Aber einen Blick auf eines der bedeutendsten Meisterwerke der italienischen Kunst von Leonardo Da Vinci ist eine Buchung definitiv wert und wird im November leichter gelingen als zu den Sommerstoßzeiten.

Von dort aus könnt ihr euch über quer durch den ebenfalls wunderschönen Stadtteil San Vittore zu meinem Geheimtipp machen: dem Stadtteil Navigli auf der anderen Seite des Kanals. Und Navigli ist ein italienischer Traum. Durchzogen von Kanälen, verliert man sich schnell beim Schlendern, Beobachten und Genießen. Hier spürt man noch ein Stück des alten Mailands, ahnt, wie es einst gewesen sein musste, hier zu leben.

Über die Porta Ticinese, dem alten Stadttor des mittelalterlichen Mailands, gelangt ihr zu der Basilika San Lorenzo und der Colonne di San Lorenzo, einer Säulenreihe von 16 korinthischen Säulen aus dem römischen Zeitalter. Durch das beliebte Stadtviertel Ticinese kommt ihr schnell wieder bis zum Mailänder Dom. Übrigens: In der Basilika San Lorenzo befanden sich einst die Reliquien der heiligen drei Könige, bis sie von König Barbarossa gestohlen und nach Köln gebracht wurden.

Wer mag, gönnt sich jetzt einen Campari in einem der schönsten und traditionsreichesten Kaffeehäuser Europas, dem Camparino in der Galerie Vittorio Emanuele II. Hier kostet sowohl der Campari wie auch der Espresso mehr als üblich, und doch gehört ein Besuch des Camparino einfach zu einem Mailand-Trip. Dafür gibt es nicht nur perfekten Espresso nach Mailänder Art und besten Zucca-Campari, sondern auch den Blick auf das Treiben der Piazza und der Galerie.

  • Milan Coffee Festival

    Barista-Kunst in Action, frische Kaffeespezialitäten, eine Kaffee-Brew-Bar und allerlei Wissenswertes rund um das köstliche, braune Aromapulver warten hier auf euch. Das Beste: Ihr könnt den Kaffee natürlich auch direkt kaufen. Perfekt als Souvenir oder als genussreiches Weihnachtsgeschenk!

    Tageseintritt: ca. 12 €

Von Espresso Mailänder Art, Barbajada & teuren Restaurant-Besuchen

Mailand ist die Geburtsstadt des Espresso. Üblicherweise trinkt der Italiener diesen im Stehen – denn “al blanco” kostet der Espresso max. einen Euro. Wenn von einer Röstung Mailänder Art gesprochen wird, ist eine helle Röstung gemeint. Denn in Norditalien wird ein Espresso heller geröstet als in Süditalien. Ebenfalls bestellen Italiener gerne einen Espresso “sospesos”. Dann zahlt er zwei Espresso, trinkt einen und lässt den gezahlten, aber nicht getrunkenen Espresso einem Bedürftigen zukommen.

Eine weitere Kaffeespezialität ist der Barbajada. Dieser Kakao-Kaffee wird besonders gerne am Morgen getrunken. Köstliche Barbajadas erhaltet ihr in den Kaffeehäuser von Vergnano.

In Restaurants wird für Sitzplätze und Service eine Gebühr, die sogenannte coperto, berechnet. Achtet insbesondere an den Touristen-Hotspots auf diese Gebühr bzw. auf die ausgezeichneten Tischpreise! Sonst erlebt ihr hier böse, richtig böse Überraschungen! Generell ist es empfehlenswert, nicht an den Hotspots zu essen. Oft genügt es, einfach ein paar Straßen weiter zu laufen, um günstiges und sehr gutes Essen zu bekommen.