Großes Kino in Marrakesch – International Film Festival in der Wüstenstadt

Mitten auf der Djemaa el Fna, dem Gauklerplatz, bricht Louis Bernard zusammen. In seinem Rücken steckt ein Messer. Mit diesem mysteriösen Mord in der Altstadt von Marrakesch nimmt der Krimi “Der Mann, der zu viel wusste” von Alfred Hitchcock Fahrt auf. 1956 gedreht, stehen Marrakesch und Marokko bis heute für das Hollywood Arabiens. Welch passenderen Anlass als das International Film Festival mitten auf dem Gauklerplatz kann es geben, um dieser Stadt aus 1001 Nacht einen Besuch abzustatten? Anfang Dezember werdet ihr auf eurem Kurztrip nach Marrakesch noch einmal Sonne tanken können und ein Abenteuer erleben, das jedes eurer Sinne vollumfänglich in Anspruch nehmen wird.

What you need to know

  • International Film Festival: 30. November bis 02. Dezember 2018
  • Reisedauer: 3 bis 4 Tage
  • Gesamtkosten: ab ca. 170 € p.P.

Flug, Unterkunft & Transfer

  • Flug

    ab/bis Marrakesch: ab 80 € p.P.

    Flugdauer: ca. 3,5 Stunden

  • Unterkunft

    Medina: ab ca. 180 € (2 Personen/3 Nächte)

    Ich empfehle euch eine Unterkunft in der Medina bzw. in Umgebung des Gauklerplatzes. Das pulsierende Leben findet dort statt, ihr bekommt liebevoll gepflegte Unterkünfte für kleines Geld und spart euch die tägliche Taxifahrt in das Neubaugebiet mit den großen Hotel- und Shopping-Ketten.

  • Transfer

    Vom Flughafen in die Stadt:
    Wenn eure Unterkunft keinen Transfer anbietet, ist der bequemste Weg das Taxi. Zum einen ist es ein Erlebnis, in einem Auto zu fahren, das älter ist als man selbst, und für ca. 20 € auch vertretbar. Taxifahrer reden gerne und geben sehr gerne Tipps.

    Bei einer Buchung einer Unterkunft in der Medina ist es für Taxifahrer oft nicht möglich, euch bis zur Tür zu fahren. Wir wurden von einem Laufjungen bis zu unserer Unterkunft gebracht. Dieser verlangte für einen Fußweg von 7 Minuten 20 €.

    Entgegen jeder Warnung, diese nicht zu bezahlen, hier meine realistische Meinung: Ihr habt keine andere Chance, als zu zahlen. In Marrakesch gibt es insofern keine Straßennamen, einige Teile sind bis heute nicht katografiert. Wir hätten unsere Unterkunft niemals ohne den jungen Mann gefunden.

    Bei der Rückfahrt bestellte uns der Hotelbesitzer ein Taxi.

Sicherheit, Alkohol & Kleiderordnung

  • Sicherheit

    Selten habe ich mich so sicher in einer Stadt gefühlt. Selbst am späten Abend konnte ich mich unbehelligt bewegen. Ab und an sprechen einen Straßenkinder an, die einem für ein wenig Geld den Weg zeigen möchten. Auf diese Angebote bin ich nie eingegangen, habe mich lieber zwei Mal mehr verlaufen. Dennoch bestand zu keinem Zeitpunkt ein Gefühl der Unsicherheit.

  • Alkohol

    Alkohol ist in Marokko nicht erlaubt. Alkoholfreies Bier ist in den Hinterhöfen der Restaurants und Hotels gelegentlich erhältlich. Große internationale Hotelketten bieten Touristen jedoch Alkohol an.

  • Kleiderordnung

    Frauen:

    Ich bin hervorragend mit langärmeligen Shirts und Jeans klar gekommen. Frauen kleiden sich entweder islamisch oder europäisch. Eine Kopftuchpflicht besteht nicht.

    Männer:

    Männer tragen am besten langärmelige Hemden und lange Hosen. Auch Hemden mit kurzen Ärmeln sind völlig in Ordnung.

Eintritte & Sehenswürdigkeiten

Deine Reiseplanung

Tag 1 - Die Königsstadt trifft deine Sinne

Marrakesch ist keine Stadt, in der ich euch sagen kann, wie ihr wohin zu laufen habt. Marrakesch ist eine Stadt, die man sich selbst erklären muss, in der man laufen und sich verlaufen muss, um sie erlebt zu haben. Eine Stadt, in dessen Souks man sich verlieren und dessen Spektakel auf dem Gauklerplatz man selbst gesehen haben muss. Am ersten Tag wird Marrakesch dich und all deine Sinne schlagartig in Besitz nehmen und vorerst überfordern. Staubige Straßen über die Motorroller rasen, Esel,die Karren mit allerlei Waren, meterhoch gestapelt, ziehen, Menschen, die in ihren Läden noch schmieden und Frauen, die in Jeans und Shirt genauso flanieren wie jene unter Kopftüchern. Den besten Orientierungspunkt und Hauptschlagader der Stadt ist der nun oft schon benannte Gauklerplatz Djemaa el Fna. Egal, in welche Richtung du läufst und welcher Gasse du dich verrennst – zum Djemaa el Fna findest du immer zurück. Also empfehle ich euch, morgens von hier aus zu starten. Genießt bei Temperaturen um die 20 Grad einen frisch gepressten Orangensaft von einem der Stände und beobachtet, wie die Stadt langsam zum Leben erwacht.

Nördlich der Medina:
Spaziert zu den Souks in der Medina, die nur wenige Gehminuten entfernt liegen – und spätestens hier werdet ihr aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Klein an klein, eng an eng, schmal an schmal reihen sich die Verkaufsläden und -stände der Händler. Ob Lederwaren, Geschirr, Lebensmittel, Spielzeug oder Gewürze und Kleidung – es gibt nichts, das es in den Souks nicht gibt. Die Hülle und Fülle, die schiere Anzahl der angebotenen Waren, die Gerüche und Duftnoten in der Luft, all dies wird euch betören, euch verleiten, langsam immer tiefer in die Souks zu laufen und noch mehr zu entdecken.

Was nach so wenig Erlebnis klingt, wird euch reichen, wenn ihr zum ersten Mal in Marrakesch seid. Es ist ein tagfüllendes Programm, die Souks und die nördliche Medina zu erkunden. Werft so oft ihr könnt einen Blick in die Hinterhöfe und -gärten der Stadt, denn hinter den kühlenden Mauern der einstigen Königsstadt liegen die wahren Paradiese. So entdeckt ihr überall nach und nach kleine Inseln der Ruhe inmitten des lärmenden Trubels der Stadt. Zu einem Must-Do Programm zählt in der nördlichen Medina der Besuch der Koranschule Medersa Ben Youssef, derren filigrane arabische Kunstfertigkeit euch verzücken wird.

Wer sich nun nach etwas Ruhe sehnt, sucht von hier aus seinen Weg in die wunderschöne Gartenanlage Jardin Majorelle. Der für sein Kobaltblau und kräftigen Gelbtönen bekannte Park wurde von Yves Saint Laurent in ein paradiesisches Stück verwandelt und bietet mit seinen 300 verschiedenen Pflanzenarten eine Oase der Ruhe, in der man auch mal zwei Stunden verbringen kann.

Zum Abend empfehle ich euch, wieder zum Gauklerplatz zurück zu kehren und euch einen Platz auf einem der Dachterrassen der Restaurants rundherum zu reservieren. Bei untergehender Sonne dem Treiben der Gaukler, Schausteller und Henna-Färberinnen zuzusehen, ist ein einzigartiges Erlebnis, das sich tief einbrennt, eben weil es so weit weg unserer deutschen Realität ist.

2. Tag - Auf den Spuren Hollywoods in Marrakesch

Marrakesch ist auch ohne Hollywood ganz großes Kino. So empfehle ich euch für euren Aufenthalt am zweiten Tag einen Rundweg zu den touristischen Highlights der Stadt, die südlich der Medina liegen. Aber DUTY & FREE wäre nicht DUTY & FREE, wenn ich dabei nicht noch zwei Perlen der Hollywood-Geschichte für euren Rundgang ausfindig gemacht hätte. Beginnt euren Tag mit der Besichtigung des Bahia-Palastes. Die riesige Anlage mit seinem weitläufigen Arenal wird euch mindestens zwei Stunden begeistern. Da es im Bahia-Palast kaum Rastmöglichkeiten gibt, könnt ihr im Anschluss auf einem der Dachterrassen der Stadt einen frischen Pfefferminztee zur Erfrischung zu euch nehmen.

Von hier aus kommt ihr einfach an die Ruinen des Palastes El Badi. Einst der größte und prächtigste, beeindruckt das Gebäude und die Anlage heute mit seiner Größe und Weitläufigkeit. Ein Besuch ist nicht zwingend erforderlich meiner Meinung nach, aber Geschichtsinteressierte sollten sich die Ruinen nicht entgehen lassen. Unabdingbar aber ist eine Besichtigung der Saadier-Gräber, die in unmittelbarer Nähe liegen. Die Nekropole mit ihren beiden prachtvollen Mausoleen, umgeben von einem wunderschönen Garten, verleiten zum Verweilen und zu einer kleinen Rast.

Doch für eine Pause habe ich einen anderen Tipp für euch: Nur einige Minuten weiter entfernt, liegt das legendäre La Mamounia Hotel. Hier drehte Hitchcock einst “Der Mann, der zuviel wusste” und auch Szenen aus Sex and the City 2 wurden in diesem Hotel gedreht. Kehrt hier ein und genießt mit einem weiten Blick auf den atemberaubenden Garten eine Tasse Tee oder kleine Süßspeisen.

Diese Ruhezeit könnt ihr weiter auskosten, indem ihr einen weiteren Spaziergang durch den Garten mit seinen Olivenhainen bis zum Medara-Park auf der anderen Seite macht. Oder ihr kehrt über die Koutoubia-Moschee wieder zurück Richtung Djemaa el Fna. Zwar ist ein Besuch der Koutoubia-Moschee für Nicht-Muslime nicht erlaubt, aber mal sollte sie auf jeden Fall einmal gesehen haben.

Für den krönenden Abschluss der Hollywood-Tour durch Marrakesch empfehle ich euch einen Besuch im berühmten Dar Essalam-Restaurant. Auch hier hat Hitchcock einst gedreht und noch mehr erzählen die jahrhundertealten Fliesen von vergangenen Zeiten und aufwendiger Kunstfertigkeit. Die verwinkelten Räume sind mit Kupferlampen verziert, Bauchtänzerinnen empfangen euch und während Kellner wunderbare Spezialitäten von Lamm, Hühnchen und Rind aus der Tajine servieren, könnt ihr inne halten und genießen, dass ihr hier seid. In diesem einzigartigen Traum aus 1001 Nacht, dieser einzigartigen Stadt Marrakesch.

  • International Film Festival

    Zum 10. Mal ist Marrakesch nun Gastgeber des größten arabischen Filmfestivals. Das besonders schöne an der Veranstaltung: Sie findet mitten auf dem Gauklerplatz statt und ist nach Registrierung online kostenlos für euch. So kann es passieren, dass du gefühlt neben Brad Pitt oder Robert De Niro einen Film ansiehst. Die meisten hier präsentierten Filme sind mit Unterschriften in Englisch oder Französisch, da sie in arabischer Sprache gezeigt werden. Wer sich nicht registriert, kommt dennoch in den Genuss, internationales Flair zu erleben. Durch die zentrale Lage auf dem Gauklerplatz könnt ihr die Filme zum Teil auch von Restaurants oder Cafes aus sehen.

    Eintritt: kostenlos

    Registrierung und Teilnahme ab dem 1. November möglich

Hollywood in Marrakesch